Sind die Kimbern und Teutonen ausgestorben?

Ende des 2. Jhdts. v. Ztr. überschritten germanischen Scharen der Kimbern und Teutonen die Alpen und drangen in Italien ein. Sie stammten von der Elbmündung und/oder aus Nord-Jütland („Himmerland“, Dänemark). In berühmten Schlachten (vor allem bei Vercellae, heute Vercelli) wurden diese Kimbern und Teutonen vernichtend geschlagen. Bekanntermaßen trieben in diesen Schlachten die germanischen Frauen ihre zurückweichenden Männer immer wieder zum Kampf an und gingen dann häufig mit ihnen und ihren Kindern in den Tod. Nach spätmittelalterlichen Überlieferungen aber möglicherweise nicht alle.

In den alpinen Teilen von Venetien, also im Nordosten des Schlachtfeldes von Vercellae,  lebten im Spätmittelalter Bevölkerungsgruppen, die sich als „Kimbern“ bezeichneten und ihr Land als das „Land der Kimbern“. Sie wurden  bis heute vielfach als Nachkommen geflüchteter Kimbern angesehen. Doch letztes Jahr wurden ihre Y-Chromosomen untersucht und man fand keinerlei genetische Ähnlichkeiten mit heutigen Dänen, auch nicht von solchen aus Nordjütland.

Hätten sich genetische Marker einer wohl nicht sehr großen Ausgangspopulation über 2.000 Jahre halten können, einberechnet den Bevölkerungsrückgang in der Spätantike? Oder handelte es sich sowieso nur um einen Mythos ohne jede Basis im Faktischen?

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